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Original 1946 |
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Original der ersten Versammlung nach dem Kriege
im Jahre 1946
Kameraden lange ist es her, dass wir wieder eine Versammlung abhalten,
unsere letzte Generalversammlung war am 23. April 1939. Schwere Jahre
liegen hinter uns und haben für so manchen von uns schweres Leid
gebracht. Ich möchte auch nicht vergessen unserer gefallenen Kameraden
aus der Feuerwehr zu gedenken. Es fielen am 31.3.1943 Kamerad Wilhelm
Warnecke im Osten, am 15.2.1945 Kamerad Wilhelm Pasemann in Heiligenbeil
(Ostpr.). Ichbitte die Versammlung, das Andenken dieser beiden Kameraden
durch erheben zu ehren.
Auch
hier in der Heimat haben wir den Tod so lieber Kameraden aus der Wehr zu
beklagen.
Es
starben: am 30.9.1943 Kamerad Hermann Reichel, am 9.12.1943 Kamerad
Hermann Dammann.
Von
den Ehrenmitgliedern: Kamerad Otto Dethert am 23.2.1941, Kamerad Fritz
Pieper am 5.5.1942, Kamerad Hermann Kaufmann am 20.8.1943, Kamerad
Heinrich Bannier am 5.3.1945, Kamerad Adolf Schulze am 16.3.1945,
Ehrenhauptmann Hermann Schulze am 28.3.1945, Vereinswirt Heinrich
Dittmer am 20.7.1942.
Wir
wollen das Andenken der Verstorbenen ebenfalls ehren und erheben uns von
den Plätzen.
Aus
der Arbeit der Wehr ist erfreulicherweise wenig zu berichten, trotz des
Krieges kamen wir wenig zum Einsatz, nur ein einziges Mal kamen wir zur
Brandbekämpfung, das durch Kriegshandlungen entstanden war.
Brandbekämpfungen hatten wir in den vergangenen Jahren am 23.3.1943
Waldbrand in den Holzbeständen Richter, Nettgau und Quickenstedt,
Lüdelsen. Am 24.8.1944 Waldbrand in der Gemarkung Radenbeck und Wiswedel
(durch Brandbomben), am 28.3.1946 Schadenfeuer Hans Robert, Brome, am
26.4.1946 Waldbrand im Holzbestand Friedrich Müller, Altendorf, am
2.7.1946 Getreidefeld August Busse, Brome.
In
allen Fällen konnte die Wehr schnell ausrücken und konnten besonders die
Waldbrände erfolgreich bekämpft werden.
Aus
der Wehr ist noch weiter zu berichten, bei Ausbruch des Krieges wurden
36 Kameraden zum Wehrdienst und zur Rüstung eingezogen, einige Kameraden
kehrten dann bald wieder zurück, so daß wir 1941 die Übungen mit 9 Mann
wieder aufnehmen konnten. Um die Wehr einsatzfähig zu erhalten, mußtem
Gemeindemitglieder verpflichtet werden, zum Teil noch Männer über 60
Jahre.
Nach
Kriegsende wurde die Wehr wieder neu aufgestellt, doch müssen wir leider
feststellen, dass viele zurückkehrende Kameraden sich nicht wieder bei
der Wehr gemeldet haben. Einige Kameraden sind bis heute noch in
Gefangenschaft, und hoffen wir, dass dieselben baldmöglichst
zurückkehren werden. Ich danke Ihnen nun, dass Sie sichalle, die hier
versammelt sind, wieder eingesetzt haben unserem alten Wahlspruch
getreu: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr". Ich hoffe, dass sich noch
ein Teil der Bromer Bürger bereit finden wird, der Freiwilligen
Feuerwehr beizutreten.
M.
Franke
Tagesordnung:
1.
Verlesen der Mitglieder
2. Besichtigungen der Uniformen
3. Beitrags- und Strafgeldfragen
4. Bestellung von Gerätewarten
5. Besprechung über ein Herbstvergnügen
6. Verschiedenes
Das letzte größere Fest feierte die
Wehr im Jahre 1947 anläßlich des 75-jährigen Stiftungsfestes. Durch die
bedauerliche Grenzziehung aus dem Jahre 1945 bestand leider keine
Verbindung mehr mit dem Nachbarkreis Salzwedel. Ausnahmsweise erhielten
die Nachbarwehren aus Steimke und Wendischbrome die Genehmigung, mit
einer Abordnung an dem Feuerwehrfest in Brome teilzunehmen. Seitdem war
jede Verbindung zu unseren Kameraden jenseits des Eisernen
Vorhanges abgerissen. Das hat sich deutlich erwiesen, als bei dem Brand
des Heinemannschen Gehöftes in Wendischbrome unserer Wehr der Übertritt
über die Grenze von der sowjetischen Besatzungsmacht verweigert wurde.
Die Wehr bekam am
12.8.1955 eine neue Magirus Kraftspritze. Am 9.9.1955 folgte dann das
erste motorisierte Löschfahrzeug (LF8). Die gesamte Wehr marschierte
geschlossen mit dem Gemeinderat zum Bahnhof, um das neue Fahrzeug in
Empfang zu nehmen. Im Jahre 1968 stellte die Regierung in Lüneburg eine
LF16 und eine TS8 dem ZB-Zug zur Verfügung. Die Feuerwehr konnte über
diese Fahrzeuge, Mannschaften und Geräte nur verfügen, wenn sie nicht
durch Einsatz abkommandiert waren.
Im Jahre 1962 erstellte die Freiwillige Feuerwehr in
igenleistung unter großen Arbeitsaufwand ein neues Feuerwehrgerätehaus.
Die Einweihung dieses Gerätehauses wurde am 13.10.1962 anläßlich des
90-jährigen Bestehens durchgeführt. Am 6.8.1968 gegen 16 Uhr hatte die
Wehr Feueralarm. Ein Waldbrand war unmittelbar hinter der Bromer
Zonengrenze am Schwarzen Berg rechts der B248 entstanden. Das Feuer
griff, durch den Ostwind begünstigt, auf den Todesstreifen über und
bedrohte die Bromer Waldungen. Durch wagemutigen Einsatz unserer Wehr
gelang es, das Feuer abzuwehren. Die Tanklöschfahrzeuge aus Wittingen,
Radenbeck, Knesebeck, Gifhorn, Wahrenholz und Grußendorf fuhren
pausenlos stundenlang das Wasser an den Brandherd. Weiterhin waren die
Wehren aus Altendorf, Zicherie und Tülau-Fahrenhorst im Einsatz. Trotz
größter Bemühungen unserer Mannschaften sprang das Feuer über die Straße
und lief unaufhaltsam auf den von kleinen Birken, Kiefern und Heidekraut
bewachsenen Minenstreifen weiter. Die Löscharbeiten wurden durch starke
Rauchentwicklungen und nicht zuletzt durch die unzähligen
Minenexplosionem in unmittelbarer Nähe nachteilig beeinflußt. Gegen
Mitternacht wurde dann der Brand unter Kontrolle gebracht und
eingedämmt.
Am 13.10.1968 wurde der Erweiterungsbau des Gerätehauses
unter großen Feierlichkeiten eingeweiht.
Im Jahre 1980 bekam die Wehr einen Unterrichtsraum, Küche
und Toiletten dazu.
Im Jahre 1975 wütete im Landkreis
Gifhorn ein Großbrand, der sich über Wälder, Flächen und Moore hindurch
fraß. Es wurde damals durch den Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises
Gifhorn Katastrophenalarm ausgelöst. Aus dem gesamten Bundesgebiet kamen
Bereitschaften der Feuerwehren zu Hilfe. Der damalige Kreisbrandmeister
Meyer verstarb bereits am 1. Tag an einem Herzschlag. Im Verlauf der
weiteren Einsätze kamen 4 Kameraden bei Meinersen ums Leben.
Ein
weiterer Wald-, Flächen- und Moorbrand, bei dem ebenfalls durch den
Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises Gifhorn Katastrophemalarm
ausgelöst wurde, wütete 1983 am Bullenberg in Knesebeck, Forst Malloh
und Testgelände der Volkswagen AG, von wo der Brand seinen Ausgang nahm.
250
ha Wald, Fläche und Moor fielen ihm zum Opfer.
Mit
der Unterstützung von Transall-Fluzeugen der Bundeswehr wurde der
Wipfelbrand aus der Luft bekämpft. Jede Maschine mit einem Tank
ausgerüstet, konnte 12.000 Liter Wasser aus der Luft zur Brandbekämpfung
ablassen. Die Unterstützung war sehr hilfreich.
Für uns alle unvergessen ist der 18. November 1989. Der
Tag der Grenzöffnung Brome-Mellin und Zicherie-Böckwitz. Mehrere Tage
rund um die Uhr wurden Vorbereitungen gemeinsam mit Polizei, BGS, THW
und DRK durchgeführt. Nach jahrelanger Trennung konnten sich Ost- und
Westbürger, Verwandte, Freunde und Bekannte ohne Angst sich wieder in
die Arme schließen. Eines der schönsten Ereignisse in der deutschen
Geschichte.
1994 wurden die Wehren Brome und
Altendorf gemeinsam mit Wehren aus der Altmark zu einem Einsatz gerufen,
ausgelöst durch das Umweltamt des Landkreises Gifhorn, um größeren
Schaden abzuwenden. Es war von einem in der Nähe der Ohre gelegenen
Gehöft Gülle in diese gelangt und durch den gemeinsamen Einsatz, der
sich fast eine Woche hinzog, wurde das verseuchte Wasser abgepumpt und
hinter einem Damm Frischwasser wieder zugefügt, um ein größeres
Fischsterben zu vermeiden.
Die
Wehr Brome umfaßt heute einen Mitgliederbestand von 475 und eine von
bester Kameradschaft getragene, von Pflichtgefühl und Opferbereitschaft
durchdrungene, fast 80 Mann starke Mannschaft, ist in der Lage, jede auf
sie zukommende Aufgabe zu meistern. Es ist der Beweis dessen, daß die
Freiwillige Feuerwehr in ihrer Gesamtheit eine von bestem Geist
getragene Gemeinschaft ist und auch, so Gott will, bleiben wird.
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Feuerwehrhelm aus dem Jahre 1872 |
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Freiwillige Feuerwehr Brome
im Jahre 1897 zum 25-jährigen Bestehen |
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Freiwillige Feuerwehr Brome im Jahre 1932 |
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