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Am 19. Oktober 1872 wurde im Lokal des Gastwirtes und
Kaufmannes Adolf Remmler in Brome die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Zu
dieser Gründungsversammlung hatten sich 25 Einwohner eingefunden, die sich
selbstlos in den Dienst der Freiwilligen Löschhilfe stellten.
Folgende Männer gründeten
die Freiwillige Feuerwehr Brome:
A. Remmler, I. Hundt,
W. Bannier, C. Gubela, A.Tessmer, I. Schulze,
W. Selle, F. Jürgens, Ch. Bratze, A. Kausche, A. Neuling, H. Kausche,
H. Rohrmann, E. Schulze, H. Lauenstein, W. Behen, W. Haase,
Gtl. Müller, W. Schönke, H. Haeling und W. Jordan.
Zum 1. Hauptmann wurde
A. Remmler gewählt; zum Vizehauptmann I. Hundt. Das Amt des 1.
Schriftführers übernahm W. Bannier.
Die erste
Feuerwehrspritze wurde am 15.4.1873 angeschafft. Sie wurde von dem
Kupferschmied Siemer in Wittingen hergestellt. Genau 5 Tage später wurde
die Spritze ihrer ersten Bewährungsprobe unterstellt bei einem Brand des
Vollhöfners Fr. Knoke in Altendorf. Bei diesem Brand hatte die Freiwillige
Feuerwehr ihren ersten Einsatz.
Nach fast 15-jährigem
Bestehen erlitt die Wehr einen schweren Schicksalsschlag durch einen
tragischen Unglücksfall. Am 28. August 1887 waren die Kameraden zu einem
Walsbrand im Gräflichen Forstrevier Neumühle (Hellberge) ausgerückt. Auf
dem Rückweg brach die Leiter des Mannschaftswagens und die Mannschaft
stürzte vom Wagen. Der Schriftführer W. Bannier stürzte sehr unglücklich
und erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er drei Wochen später an
den Unfallfolgen verstarb. Die uniformierten Feuerwehrkameraden gaben ihm
das letzte Geleit. Die erste und zweite Rotte trug abwechseln den Sarg zum
Friedhof. Von dieser Zeit rührt unsere alte Sitte, alle verstorbenen
Kameraden mit der Wehr zur letzten Ruhe zu betten.
Ein schwieriges Problem
war auch die Unterbringung der Spritze und der anderen Gerätschaften, denn
die Wehr hatte noch kein eigenes Gerätehaus. Deshalb stellte der damalige
Pastor Koch der Feuerwehr seine Scheune zur Unterbringung ihrer Geräte zur
Verfügung. Sein Nachfolger, Pastor Eicke, erwies der Feuerwehr den
gleichen Freundschaftsdienst.
Im Jahre 1889 war es
dann soweit, dass die Freiwillige Feuerwehr ihr eigenes Gerätehaus
erhielt. Der Steigerturm des Gerätehauses wurde ausschließlich von dem
damaligen Hauptmann Remmler finanziert und der Freiwilligen Feuerwehr zum
Geschenk gemacht. Es wurde allerdings zur Auflage gemacht, dass auch die
Turnermannschaft des Turnvereins den Turm zu Übungen benutzen durfte.
Nach langem Zögern
wurde die Freiwillige Feuerwehr am 4. Januar 1887 durch das Königliche
Landratsamt Isenhagen als Polizeiorgan anerkannt und hatte somit die
Befugnis, bei Bränden Zuschauer und Privatleute mit zur Löschhilfe
heranzuziehen. Diese Befugnis hatte aber leider im Nachbarkreis Salzwedel
keine Gültigkeit sehr zum Leidwesen der Feuerwehr. Wie sich dann auch bei
einem Feuer in Jahre 1890 in Steimke zeigte, durften die Zuschauer zur
Unterstützung der Wehrmänner zum Pumpen nicht mit herangezogen werden,
weil die Feuerwehr Steimke keine Polizeigewalt besaß. Nach diesem schweren
Vorfall wurde über den Verbandsvorsitzenden Herrn Westfahl in Lüneburg ein
Antrag an das Landratsamt in Salzwedel gestellt, welcher beinhaltete, dass
auch den Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Salzwedel Polizeibefugnis
erteilt wurde.
Im Jahre 1891 erhielt
unsere Wehr eine neue abprotzbare Spritze, die von der Firma Bräunert in
Bitterfeld geliefert wurde.
Diese Spritze ist heute
noch im Besitze der Freiwilligen Feuerwehr Brome. Sie ist zum letzten Male
am 5. August 1948 bei dem Brand der Mühle Rehfeld in Einsatz gewesen.
Um die Wehr besser
befördern zu können, wurde der Wehr im Jahre 1909 von den Ehrenhauptleuten
A. Remmler und W. Mewes ein Mannschaftswagen geschenkt, den sie auf eigene
Kosten erstellen ließen.
Aus der Organisation
der Wehr ist zu berichten, dass sie im Jahre 1884 den Feuerwehrverband der
Provinz beigetreten ist. Heute gehört die Wehr dem Landesfeuerwehrverband
Niedersachsen an.
Dank der Bemühungen des
damaligen Bürgermeisters Karl Behn erhielt die Wehr im Jahre 1938 ihre
erste Kraftspritze. 1945 kam eine weitere Kraftspritze hinzu, die von der
Besatzungsmacht zurückgelassen worden war. In der Amtszeit des
Bürgermeisters Bartels erhielt die Wehr dann im Jahre 1955 eine neue
Kraftspritze und ein Löschfahrzeug (LF 8) mit Vorbaupumpe, das bis in die
siebziger Jahre das Hauptfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr war.
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